Das BVA-System lässt sich in vier Module (Dateimodul, Datenbankmodul, Bildbetrachtungsmodul und Bildbearbeitungsmodul) aufteilen, die eng miteinander verbunden sind. Screenshots, die den Umfang der Funktionalität der Module verdeutlichen, können unter "Screenshots" eingesehen werden. Die Funktionen des Datenbankmoduls können deaktiviert werden.
Nachdem das Programm gestartet wurde, ist der sogenannte Dateimodus aktiv. Hier kann man sich Bilder, die sich auf einem beliebigen Datenträger befinden können, anschauen und gegebenenfalls in die Datenbank aufnehmen. Folgende Dateiformate werden unterstützt: Windows Bitmap (*.bmp), Jpeg-Bilder (*.jpg, .jpeg), Tiff-Bilder (*.tif, tiff), Png-Bilder (*.png), Photoshop-Bilder (*.psd) und PaintshopPro-Bilder (*.psp).
Im Datenbankmodus können zusätzliche Informationen zu den jeweiligen Bildern abgespeichert werden. So lassen sich zum Beispiel, mit nur wenigen Mausklicks, eine Menge von Schlagworten zu dem aktuell gewählten Bild definieren. Außerdem kann in der Datenbank gezielt nach einzelnen Bildern gesucht werden. Für die Suche stehen eine Menge von Kritieren zur Verfügung. Zum Beispiel kann nach Bildtitel, Fotograf oder auch nach Schlagworten gesucht werden. Weiterhin können ähnliche Bilder zum aktiven Bild in der Datenbank gesucht werden.
Um die Bilder, die sich in der Datenbank oder auf einem Datenträger befinden, genauer betrachten zu können, enthält das BVA-System einen Bildbetrachter. Dort wird das aktuelle Bild bildschirmfüllend angezeigt. Bilder, die sich in der aktuellen Bilderliste befinden, können manuell durchgeblättert oder aber in Form einer Slideshow betrachtet werden.
Ein weiteres Modul ist das Bildbearbeitungsmodul. Für die Bildbearbeitung stehen zwei verschiedene Anwendungsarten zur Verfügung. Neben der Bildbearbeitung, die der Anwender mit Hilfe von Maus oder Grafiktablett durchführen kann, ist die Möglichkeit vorhanden, sogenannte visuelle Programme (VisPro) zu erstellen. Durch ein visuelles Programm ist ein Ablaufplan definiert, der beschreibt, wie aus dem Ausgangsbild das Ergebnisbild erzeugt werden kann. Im folgenden Abschnitt „Besonderheiten des BVA-Systems“ wird das System, dass sich hinter den visuellen Programmen verbirgt, genauer erläutert.
In den folgenden Unterpunkten werden einige Besonderheiten, die das BVA-System von anderen Bilddatenbanken unterscheidet, erläutert.
Einfache Festlegung von Schlagworten
Bei der Verwaltung der eigenen Fotos ist die Verknüpfung des Bildes mit mehreren Schlagwörtern die für den Nutzer aufwendigste Arbeit. Da es keinen Algorithmus gibt, der diese Aufgabe ohne die Hilfe des Nutzers durchführt, habe ich ein Verfahren entwickelt, dass den entstehenden Aufwand des Nutzers minimiert.
Der Benutzer definiert unabhängig von allen Bilddaten einen Baum, der alle Schlagwörter enthält, die mit den Bildern der Datenbank verknüpft werden können. Bei der Installation des BVA-Systems wird dieser Baum automatisch mit einigen Schlagworten gefüllt. Weitere Schlagworte können natürlich nach Belieben hinzugefügt werden.
Um dem akutell gewählten Bild ein Schlagwort hinzuzufügen, muss ein Schlagwort des Baumes ausgewählt und der Knopf „Schlagwort selektieren“ gedrückt werden. Dabei wird aber nicht nur das gewählte Schlagwort mit dem Bild verknüpft, sondern es werden alle „Eltern-Elemente“ des gewählten Schlagwortes ebenfalls mit dem aktiven Bild verknüpft.
Da so mehrere Schlagworte auf einmal definiert werden können, reicht es meist aus nur zwei bis drei Schlagworte manuell auszuwählen, um das aktive Bild ausreichend zu beschreiben.
Suche nach ähnlichen Bildern
Eine Suche ausschließlich nach zusätzlich zum Bild hinzugefügten Daten reicht nicht aus, um alle gewünschten Bilder zu finden, da manchmal der Bildinhalt zu komplex ist, um in einfache Worte gefaßt zu werden. Außerdem kann nicht garantiert werden, dass für jedes Bild in der Datenbank eine textuelle Beschreibung vorliegt. Aus diesen Gründen liegt nichts näher, als ein Bild selbst als Suchkriterium zu verwenden. Durch die Suche nach ähnlichen Bildern besteht weiterhin die Möglichkeit, Bilder, die sich doppelt in der Datenbank befinden, zu lokalisieren und gegebenfalls aus der Datenbank zu entfernen.
Im BVA-System wird das aktuelle Bild als Suchkriterium verwendet, wenn in der Vorschauansicht der Knopf „Ähnliche Bilder“ betätigt wird. Die Ergebnisse der Suche werden entweder in der Bildliste oder in der Thumbnail-Übersicht angezeigt. Das Suchergebnis wird so sortiert, dass die ähnlichsten Bilder oben in der Liste stehen.
Automatische Bestimmung von Schlagworten
Da die Bilddatenbank mit möglichst wenigen Eingaben vom Benutzer auskommen soll, wurde eine Funktion implementiert, die es ermöglicht, die Schlagworte eines ähnlichen Bildes für das aktive Bild zu übernehmen. Der dazu notwendige Algorithmus basiert auf der Suche nach ähnlichen Bildern. Im Unterschied zur Suche nach ähnlichen Bildern, wird hier aber nur das Bild bestimmt, das dem Bild, dessen Schlagworte bestimmt werden sollen, am ähnlichsten ist. Außerdem werden nur die Bilder in die Suche mit einbezogen, für die mindestens ein Schlagwort definiert wurde. Wenn sich das gefundene Bild nicht allzu deutlich vom Ausgangsbild unterscheidet, werden die Schlagwörter des gefundenen Bildes dem Nutzer angezeigt. Der Benutzer kann nun prüfen, ob die Schlagworte des gefundenen Bildes für das Ausgangsbild ebenfalls korrekt sind.
Suche in der Datenbank
Was nützt die beste Bilddatenbank, wenn man die Bilder nicht anhand der eingegebenen Daten wiederfinden kann. Im BVA-System sind zwei verschiedene Suchmodi implementiert. Der erste Suchmodus ist die einfache Suche, die sich auf die Schlagworte und den Bildtitel beschränkt. Hier können Suchbegriffe mit AND, OR und NOT miteinander verknüpft werden. Dagegen kann in der erweiterten Suche in fast allen Datenfeldern gesucht werden. Es ist nur ein Verknüpfung mit AND möglich.
Wenn eine Suchanfrage keine Ergebnisse liefert, besteht die Möglichkeit, dass sich ein Rechtschreibfehler in der Suchanfrage eingeschlichen hat. In solch einem Fall versucht das BVA-System den Fehler zu korrigieren.
Visuelle Programme (Vispro)
Ein Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass Fotos nach der Aufnahme bearbeitet werden können, um kleinere Aufnahmefehler zu korrigieren. Beispielsweise können nachträglich Korrekturen am Bildausschnitt durchgeführt werden. Desweiteren können Verzerrungen, die durch die Aufnahmetechnik entstehen, beseitigt werden. Leider steht man nach der Bearbeitung vor einem Problem. Entweder man verliert das Orignalbild, das mit der Kamera aufgenommen wurde, oder man erhält mehrere Kopien von dem Bild, die verwaltet werden müssen.
Um dieses Problem zu umgehen besteht im BVA-System die Möglichkeit, visuelle Programme zu definieren. Ein visuelles Programm legt einen Ablaufplan fest, der beschreibt, wie aus dem Originalbild der Kamera das gewünschte Ergebnisbild zu erzeugen ist. Ein visuelles Programm besteht aus einer Menge von visuellen Komponenten (VisKomp), die miteinander durch eine Menge von Verbindungen verknüpft worden sind. Jede einzelne visuelle Komponente hat eine bestimmte Menge von Eingabe- und Ausgabeparametern. Zum Beispiel besitzt die Komponente „Zwei Kopien“ einen Eingabe- und zwei Ausgabeparameter. Bem Verbinden der Komponenten ist darauf zu achten, dass jeder einzelne Parameter nur für eine Verbindung benutzt wird. Damit bei der Ausführung des visuellen Programms ein Ergebnisbild erzeugt werden kann, müssen bei allen visuellen Komponenten alle Eingabeparameter belegt werden.
Die folgende Abbildung zeigt ein solches visuelles Programm. Bei der Ausführung des abgebildeten visuellen Programmes wird zuerst eine Kopie vom Ausgangsbild angelegt. Das erste Bild wird in ein Graustufenbild umgewandelt und anschließend wird die Sättigung dieses Bildes reduziert. Zum Schluss wird an dem Bild links und oben ein weißer Streifen angefügt. Auf die zweite Kopie des Bildes wird nur eine Funktion angewendet, die die Sättigung leicht erhöht. Zum Ende werden die beiden Kopien „übereinandergezeichnet“ und ein weisser Rahmen hinzugefügt.
Zur Definition der visuellen Programme steht ein eigenständiger Dialog zur Verfügung. Wenn ein neues visuelles Programm erstellt wird, werden automatisch zwei visuelle Komponenten erzeugt. Diese sind die „Start“- und die „Ende“–Komponente. Weitere visuelle Komponenten können im Baum auf der linken Seite ausgewählt und dem aktuellen visuellen Programm hinzugefügt werden. Die visuellen Komponenten können dann frei auf der Oberfläche positioniert und miteinander verbunden werden. Nach dem Test des visuellen Programms kann dieses auf der Festplatte oder aber auch in der Datenbank gespeichert werden.
Jedem Bild, das in der Datenbank eingetragen wurde, läßt sich mit einem der in der Datenbank gespeicherten visuellen Programme verknüpfen. Wenn eine solche Verknüpfung besteht, kann neben der Originalbilddatei auch die optimierte Bildversion angezeigt werden. Die optmierte Version wird dann direkt vor der Anzeige mit Hilfe des visuellen Programmes berechnet.